Hanns Benkert

Der Siemens Manager

Hanns Benkert (1899-1948) kommt 1925 zu Siemens, wo er in verschiedenen Positionen arbeitet, bis er im April 1941 Werksleiter und Vorstandsmitglied in Berlin wird. 1937 tritt er in die NSDAP ein.

Siemens nutzt die jüdische Bevölkerung Berlins im Rahmen des sogenannten „Geschlossenen Arbeitseinsatzes und später auch ausländische Zwangsarbeiter:innen, Kriegsgefangene und KZ-Gefangene. Jüdische Zwangsarbeiter:innen, die im Siemens-Schuckertwerk in Berlin unter der Aufsicht von Benkert arbeiten müssen, werden misshandelt und eingeschüchtert. Sie müssen teilweise stundenlang bei Minusgraden vor dem Werk warten, da sie das Werksgelände nicht ohne Begleitung betreten dürfen. Ihr Zugang zu grundlegenden Dingen wie Toiletten ist ebenfalls eingeschränkt, selbst leichte Regelverstöße wie Hinsetzen oder Sprechen während der Arbeit können zu hohen Strafen oder in einigen Fällen zur Übergabe an die Gestapo führen. 

Benkert ist persönlich daran beteiligt, eine jüdische Zwangsarbeiterin bei der Gestapo anzuzeigen. Ähnliche Fälle finden sich in den Personalakten der Zwangsarbeiter:innen bei Siemens. Nach dem Krieg wird Benkert in einem Entnazifizierungsverfahren verurteilt. Er stirbt 1948 in Berlin. Seine Frau legt nach seinem Tod Berufung gegen das Gerichtsurteil ein, woraufhin Benkert freigesprochen wird.