Der Hilfswerkschutz

Siemens - Bewachung speziell für Zwangsarbeitende

Der Hilfswerkschutz wird von Siemens neben dem bereits existierenden Werkschutz als besondere Sicherungsmaßnahme gebildet und soll bei Protesten und Aufständen den Zwangsarbeitenden entgegentreten. Daher bewacht der Hilfswerksschutz die Zwangsarbeitenden während der gesamten Arbeitszeit. Er setzt sich vornehmlich aus Siemensmitarbeitern zusammen, die besonders überzeugte Nationalsozialisten sind. Seine Aufgabe ist es, für „ordnungsmäßiges Verhalten der ausländischen Arbeitskräfte zu sorgen und Ausschreitungen jeder Art zu verhindern oder zumindest sofort im Keim zu ersticken“, heißt es in einem internen Schreiben von 1943. Nur männliche „reichsdeutsche Gefolgschaftsmitglieder“, deren „politische Zuverlässigkeit außer Zweifel“ steht, dürfen Mitglied werden.

Im Rahmen der Entnazifizierungs-Kommission zur Verhandlung des Falls Hanns Benkert sagt ein Zeuge namens Markgraf über den Hilfswerkschutz aus, dass dieser mit Gummiknüppeln schlug, mit Füßen trat und Leute schubste. Außerdem drohen sie damit, die Zwangsarbeitenden in Konzentrationslager schicken zu lassen, was einen zusätzlichen psychischen Stress bedeutet.