Petr Fedorowitsch Didenko

Als Kriegsgefangener bei Siemens

Ab Herbst 1941 müssen Millionen sowjetische Kriegsgefangene Zwangsarbeit in Deutschland leisten. Die Bedingungen sind sehr schlecht. Es gibt zu wenig Essen, Kranke werden unzureichend versorgt und es ist vor allem Schwerstarbeit in der Landwirtschaft oder der Industrie zu leisten. Auch Siemens beschäftigt ab 1942 sowjetische Kriegsgefangene. Einer von ihnen ist der damals etwa zwanzigjährige Petr Fedorowitsch Didenko. Er wird Ende 1942 ins Deutsche Reich verschleppt und unter der Gefangenen-Nummer 47055 in ein Lager in Berlin-Tiergarten gebracht. Sein Arbeitseinsatz für Siemens findet im Kabelwerk statt und dauert über zwei Jahre. In 12-Stunden-Schichten muss er an der Seite eines deutschen Arbeiters Hilfsarbeiten verrichten. Die Disziplin während der Arbeit beschreibt er als brutal und willkürlich. Dennoch überlebt Didenko den Einsatz und wird 1945 von der Sowjetischen Armee befreit. Er wird für ein weiteres Jahr als Soldat in Deutschland eingesetzt. Zurück in der Sowjetunion hilft er beim Aufbau der kriegszerstörten Heimat. Wegen seiner traumatischen Erfahrungen als Kriegsgefangener tritt er als Invalide in die vorzeitige Rente ein. Ein Geburts- und Sterbedatum sind nicht bekannt.