Angst vor dem „Abschalten“

Arbeitsbedingungen bei Siemens im KZ Ravensbrück

Die überlebenden Zwangsarbeiterinnen aus dem KZ Ravensbrück beschreiben die Arbeit bei Siemens als sehr schwer. Außerdem leben sie in der ständigen Angst, „abgeschaltet“ zu werden – also bei ungenügender Leistung wieder in das KZ-Hauptlager zurückkehren zu müssen und dort der drohenden Vernichtung durch noch schwerere Arbeit ausgesetzt zu sein. Die Entscheidung darüber trifft das zivile Personal von Siemens. Einen Arbeitsschutz gibt es nicht. KZ-Zwangsarbeiterinnen erhalten keinerlei Lohn. Zwar gibt es ein Prämiensystem, doch selbst bei überdurchschnittlicher Leistung können die Frauen kaum etwas erwerben.

Erfassungsdokument der Firma Siemens von 1943/44 © Siemens Historical Institute Berlin, SAA 18534-1
Das Dokument zeigt die akribische Leistungserfassung der Siemens-Zwangsarbeiterinnen im KZ Ravensbrück in Anbetracht ihrer angestrebten und geleisteten Arbeitsstunden.